Ich habe eine Frage an die Leser. Wo ist die besondere Versteigerungsuhr geblieben?
Ein Museum muss alles den Besuchern zeigen. Aber es gibt auch Dinge, die werden verwahrt für zukünftige Ausstellungen und weil es noch nicht sicher, ob sie einen festen Platz im Museum bekommen. Aber man kann nicht alles verwahren. Die Lager werden mit den Jahren voll. Deshalb muss man sich manchmal die schwierige Frage stellen, was verwahren wir nicht!?
Die Versteigerung ZON in Venlo hatte um 1980 eine mobile Versteigerungsuhr. Diese wurde überflüssig, weil die Versteigerung auf eine modernere Anlage umstieg. Die mobile Versteigerungsuhr war ab diesen Zeitpunkt verfügbar für Veranstaltungen außerhalb der Versteigerung und für interessante Demonstrationen.
Die Technik der Versteigerungsuhr war eingebaut in eine große, hölzerne Kiste. Darauf stand die große Anzeigetafel mit den eingebauten Lampen. Daher war es auch nicht einfach das Ganze zu transportieren. Zur Versteigerungsuhr gehörten auch die Bänke, wo die Käufer saßen. Alles zusammen war wie ein Baukasten von Kabeln und Platten.
Regelmäßig wurde die Uhr von der „“Werkgroep Aspergedag Grubbenvorst” gebraucht. Die Anlage wurde dann bei der Versteigerung abgeholt und auf dem Markt in Grubbenwort aufgebaut. So hatte man eine shcöne Attraktion für die Besucher. Das Versteigerung ließ nicht immer rund. Wenn zu wenig Käufer da waren, da haben Mitglieder der Werkgroep heimlich „mitgekauft“, um die Versteigerung am Laufen zu halten.
Eines Tages wurde die Uhr dem Museum De Locht angeboten. Es wurde zu der Zeit am Spargel-Pavillion gearbeitet und die Uhr sollte ein herausragendes Element der Ausstellung sein. Aber wo lässt man die Anlage solange das Pavillion noch nicht fertig ist. Das war ein großes Problem.
Anfangs fanden wir einen Lagerplatz in einer Scheune des Champignon-Züchters Wiel Clabbers in Swolgen. Aber da konnten die Sachen nicht lange bleiben, da sie zu viel Platz in Anspruch nahmen.
Plan B war dann das Mieten einer Champignon-Zelle, ein Umzug von Swolgen zum Eikelenbosserdijk in Melderslo. In dem Raum stand ach schon eine Sammlung von Kirchenbänken. Die große Anzeigetafel mit den emfindlichen Lampen wurde vorsichtig auf die Kirchenbänke gelegt.
Aber aber auch da konnte unser Museumsstück nicht bleiben. Für uns war die Miete für die Champignonzelle zu hoch. Die Sachen wurden abgeholt und zum Depot Wismans am Blaktweg geschafft. Aber auch das standen sie eigentlich im Weg…
In der Zwischenzeit konnte das Museum eine bessere Versteigerungsuhr von der ZON übernehmen. Das war schön für uns, aber wir saßen nun auch da mit einem Museumsstück im Depot, das für uns keinen Wert mehr hatte und eigentlich ein „Steh-im-Weg“ war. Zum Glück gibt es mehr Sammler auf der Welt. 2015 meldete sich ein Käufer. Für einen kleinen Preis nahm er alles mit. Ende gut, alles gut?
Ja sicher, wir waren froh, dass wir das Obstakel los waren. Aber als echte Liebhaber, die wir sind, wollten wir wissen, ob der neue Eigentümer die Anlage aufgebaut und in Gang gebracht bekam. Wird die Versteigerungsuhr noch stets benutzt? Name und Adresse des Käufers sind leider verloren gegangen, es muss aber irgendwo südlich von Tilburg oder Breda gewesen sein ein kleines Museum oder ein Bauernladen.
Und darum meine Frage: Wer in West-Brabant rundreist und zufällig auf dieses Museumsstück stösst oder wer Verbindungen hat, wo wir nachfragen könnten, der lasse es mich wissen!
Vielen Dank im Voraus!
Piet Lenssen
