Ein kurzes Gespräch mit einem geliebten Menschen, der vermisst wird. Gib deine Worte dem Wind.
In Otsuch, Japan, stellte Itaru Sasaki eine alte Telefonzelle im Garten, die er „Telephone of the Wind“ nannte. Er trauerte um einen verstorbenen Cousin und suchte nach einem Weg, damit umzugehen. Am Telefon zu sprechen, auch wenn es nicht verbunden ist, zwingt einen, seine Gedanken in Worte zu fassen. Sasakis Initiative hat seitdem viele Menschen weltweit dazu inspiriert, ein solches Telefon aufzustellen.
Das gilt auch für Ton Somhorst, einer unserer Freiwilligen, wie er schreibt: Seit dem Tod meiner Schwägerin fahre ich jedes Jahr einen Tag lang mit meinem Bruder Fahrrad. Meistens in der Nähe meines Geburtsortes Haaksbergen, so auch letztes Jahr. Eine Fahrt zurück in die Zukunft. Zuerst durch das Dorf, das in meiner Jugend von der Textilindustrie dominiert war, von der heute nichts mehr übrig ist. Dann in die Natur. Haaksbergen liegt an der Grenze zwischen den Niederlanden und Deutschland, im schönen Twente, es gibt viel Wald, Heide und Hochmoore. Der Ort meiner Jugend, an dem wir viel spielten. Im Sommer Hütten bauen und im Winter Schlittschuhlaufen. Als wir unsere Radrunde machten, sahen wir in der Ferne etwas stehen. Als wir näher kamen, sahen wir, dass dort ein Telefon mit einer Nachricht stand: „Auch wenn ich dich nicht höre, weiß ich, dass du mich hörst.“ Ich war sehr emotional berührt und dachte: „Wir müssen damit auch bei De Locht etwas machen.“ Dann habe ich links und rechts lobbyiert, mit dem Ergebnis, dass die Holzabteilung die Herausforderung übernommen hat. Das Ergebnis ist beeindruckend. Wir hatten eine kleine Diskussion darüber, wo das Telefon aufgestellt werden sollte. Doch diese Entscheidung wurde schnell getroffen. Du hast es erraten, in der Nähe unseres Gedenkbaums. Jetzt ist das Telefon da.
Der Metallgedenkbaum unseres Museums befindet sich in der Nähe der Kapelle. Metallblätter hängen vom Baum mit den Namen verstorbener Freiwilliger, die seit mindestens zehn Jahren als Freiwillige für die Locht tätig sind. Familienmitglieder, Freunde, aber auch Besucher des Museumsdorfes de Locht, die vorbeigehen, können nun an diesem Ort anhalten und einen mentalen Anruf bei ihrem verstorbenen Freund oder Angehörigen tätigen.
Das Telefon des Windes ist kein Wunder, es gibt kein Kabel, keine Verbindung. Er bringt niemanden zurück, man kann nur mit einem geliebten Menschen sprechen, mit denen, die nicht mehr da sind. Das Telefon des Windes ist ein Ort des Trostes, an dem Stille und Stimme aufeinandertreffen. Nur die Stille und der Wind hörten zu. Er nimmt deine Worte mit.
Ton Somhorst, Marlé de Laat
